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Villa Echium – Wohnen in Canico

Das große Apartment im Obergeschoss der Villa Echium liegt auf gleicher Höhe wie der Hauseingang und die Straße, es ist daher für Gehbehinderte gut geeignet. Das kleinere Apartment im Untergeschoss befindet sich auf gleicher Höhe wie der Garten. Dort wachsen Palmen, blühen Strelitzien und Orchideen. Außerdem stehen Tische und Stühle im Garten sowie auf der Terrasse – bei gutem Wetter essen Hausgäste oft dort. Die Haushälterin Filomena hilft den Gästen auch gerne, wenn sie den Grill nutzen möchten.

Benannt ist die Villa Echium nach einer typischen Pflanze Madeiras. Diese heißt Echium candicans (Madeirischer Natterkopf) und ist auch als „Pride of Madeira“ bekannt. Die Pflanze wird bis zu 2,40 Meter hoch. Charakteristisch sind ihre wunderschönen blauen Blüten, die wie Kerzen aussehen. Die Pflanze sprießt überall auf der Insel. Im Garten der Villa Echium wächst sie hinter dem Teich.

Im Gartenteich quaken Frösche

„Freunde und Gäste haben mich schon oft gefragt, warum ein Teich und kein Swimmingpool im Garten ist“, sagt Johnny, der Vermieter der Villa Echium. So genau wisse er das auch nicht, räumt er ein. Aber es sei nun mal einfacher, einen Teich mit Fischen, Schildkröten, Fröschen und Wasserlilien zu haben, der sich selbst pflege, als einen Swimmingpool, den man regelmäßig reinigen müsse. „Die Frösche halten den Teich frei von Moskitos. Abends quaken sie“, erzählt Johnny. Es sei schön, den Fröschen zuzuhören.

Doch mal ehrlich: Wozu braucht man einen Swimmingpool, wenn der Weg von der Villa Echium zum Meer nicht weit ist? Die Straße führt direkt hinunter zum Kieselstrand von Garajau – zu Fuß geht man etwa zehn Minuten, man kann die Strecke aber auch mit der neuen Kabinenseilbahn zurücklegen. Am Strand lohnt sich ein Spaziergang zum Garajau-Kliff. Außerdem können Besucher im Meer tauchen und am Schwimmbad Liegestühle leihen. Hunger? Durst? „Es gibt dort auch ein Restaurant“, sagt Johnny mit beruhigendem Ton.

Promenade am Strand

Weitere Strände warten in Canico. Dort finden sich auch mehrere Swimmingpools sowie eine Promenade. Ebenso haben dort etliche Restaurants und Bars geöffnet. Ja, es stehen sogar Turnhallen zur Verfügung – eine in O Galo und eine in Rocamar.

Haushälterin Filomena

Schon seit 17 Jahren kümmert sich Filomena um den Haushalt und den Garten der Villa Echium. Die 47jährige Witwe und Mutter dreier Kinder tat das schon, bevor die Villa in ein Apartmenthaus umgebaut wurde. Sie versteht Englisch, etwas Deutsch und sogar ein wenig Schwedisch. „Filomena ist ein wahrer Schatz – diskret und hilfsbereit, ehrlich und fleißig“, lobt Johnny Bjelkaroy, der Hauseigentümer. Nebenbei arbeitet Filomena im Restaurant „Stop“, es steht in Sao Goncalo an der Straße nach Funchal.

Garajau – ein Ortsteil von Canico

Die Villa Echium steht in einem schicken Villenviertel von Garajau, einem Ortsteil von Canico. Garajau selbst ähnelt immer mehr einem kompletten Dorf: Ob Bäckerei und kleine Lebensmittelläden, ob Drogerie, Obst- und Gemüseladen oder Restaurants – alles ist von der Villa Echium aus in zwei Minuten zu erreichen, und zwar zu Fuß. Supermärkte und weitere Läden liegen zwei Minuten Autofahrt entfernt.

Spielen Sie Golf? Der Golfplatz Palheiro ist mit dem Auto in fünf Minuten zu erreichen, und es dauert 20 Minuten, um mit dem Wagen von der Villa Echium zum Golfplatz in Santo da Serra zu gelangen.

Johnny hilft beim Automieten

Die meisten seiner Gäste, sagt Johnny, mieteten sich einen Leihwagen. Aber es gibt auch etliche Linienbusse, die nach Funchal fahren und bis ins Stadtzentrum etwa acht Minuten brauchen. Die Gäste können also wählen. Wer sich für einen Leihwagen entscheidet, kann ihn direkt am Flughafen Funchal übernehmen oder ihn zur Villa Echium bringen lassen. „Ich helfe gerne bei der Reservierung und beim Aushandeln guter Preise“, verspricht Johnny.

Geschichte der Villa Echium

Was hat die Villa Echium mit Österreich zu tun? Ziemlich viel, wenn man es genau nimmt. Denn ihre langjährige Eigentümerin Theresia wurde in Österreich geborgen – im Jahre 1912 in Waidhofen an der Ybbs. Theresias Eltern hießen Josefa und Josef Wachauer.

Prominente Österreicher hatten da längst die klimatischen Vorteile Madeiras entdeckt, man denke nur an die bildhübsche Sissi, Österreichs legendäre Kaiserin Elisabeth. Sie hatte 1860/61 auf Madeira überwintert. Später, nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg, kam der letzte Kaiser von Österreich und König von Ungarn auf die Blumeninsel. Er hieß mit vollem Namen: Karl I. Franz Joseph Ludwig Hubert Georg Maria von Habsburg-Lothringen.

Ex-Kaiser Karl I. erreichte Madeira als Verbannter. Er reiste an Bord eines britischen Kriegsschiffes, betrat die Insel am 19. November 1921. Bereits wenige Monate später, am 1. April 1922, starb er in Monte bei Funchal – an einer verschleppten Lungenentzündung. Karl I. wurde in Monte beigesetzt. Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 3. Oktober 2004 selig.

Verliebt im Nonnen-Internat

War es Zufall? Oder eine Fügung? Jedenfalls sollte Theresias Lebensweg eigentlich nicht nach Madeira führen. Ihr Vater schickte sie nach Reims – in ein Internat, das von Nonnen geführt wurde. Dort verliebte sich das gut aussehende Mädchen in einen deutschen Jungen. Sie ahnte, dass es schwierig würde, diese Liebe ihrem Vater zu beichten. Dennoch fuhr sie nach Hause, traf ihren Vater auf seinem Bauernhof.

Als ihr Vater Holz hackte, erzählte Theresia, dass sie einen Deutschen heiraten wolle. Und es kam noch schlimmer: Der Deutsche war Lutheraner! Das war zu viel: Vaters Axt sauste haarscharf an Theresias Kopf vorbei. Daraufhin verließ Theresia ihre Familie und auch Österreich für immer – sie zog mit ihrem Verlobten nach Berlin.

Bomben zerstören Liebestraum

Dann begann der Zweite Weltkrieg. Theresia arbeitete in dem kleinen Hotel, das der Tante ihres Verlobten gehörte. Es stand an der Prachtstraße Unter den Linden. Eines Tages, kurz vor der Hochzeit, musste ihr Verlobter in die Schweiz reisen. Er war im Fleischhandel tätig. Unterwegs wurde sein Auto bombardiert, er starb. Später zerstörten Bomben auch das Hotel. Theresia lebte in Not und Elend, bis der Krieg zu Ende war.

Nach dem Krieg stand Theresia vor der Wahl: „Entweder ich lasse mich zurück nach Österreich schicken oder ich nehme eine Arbeit in Schweden an.“ Sie entschied sich für Schweden. So kam sie als 34-Jährige nach Göteborg, wo sie als Köchin viele Jahre lang arbeitete. Sie heiratete in Schweden und lebte dort bis 1975.

Urlaubsreise nach Madeira

In jenem Jahr machte sie mit ihrem Mann eine Urlaubsreise nach Madeira. Beiden gefiel die Insel auf Anhieb und deshalb kauften sie eine Villa in Garajau bei Santa Cruz. Ihr Heim hatte einen Obstgarten, und das ganze Jahr über blühten dort die Blumen. Theresia war glücklich, bis ihr Mann erkrankte und starb.

Johnny Bjelkaroy lernte Theresia einige Jahre später kennen. Er wohnte in einem Landhaus, in einer Quinta in der Hotelgegend von Funchal. Johnny und Theresia hatten denselben Gärtner, er hieß Salvador. Eines Tages rief Theresia Johnny an. Sie war tieftraurig: Ihr Hund war gestorben und Salvador sollte kommen und ihn begraben. Johnny hatte Mitleid mit Theresia. Deshalb versprach er ihr, sofort einen neuen Hund, einen Welpen zu bringen. Johnny hatte einige große Wachhunde (Fila Brasileiro), die gerade entwöhnte Welpen hatten.

Villa sollte Theresia heißen

Johnny brachte Theresia die hellbraune Hündin Claudia. Es war Liebe auf den ersten Blick zwischen den beiden. „Wenige Hunde sind so verwöhnt worden wie Claudia, nicht zuletzt weil Theresia eine ausgezeichnete Köchin war“, erinnert sich Johnny. Theresia hat ihm die Villa vor ihrem Tod verkauft. Johnny ließ das Anwesen renovieren, durfte es aber aus rechtlichen Gründen nicht Villa Theresia nennen. Deshalb hat er es Villa Echium genannt.